Freitag, 20. März 2026

 

Auch wenn es heute nicht zu einem gemeinsamen Moment kommt, möchte ich euch allen einen wunderschönen Frühlingsbeginn wünschen 

Heute ist die Frühlingstag-und-Nacht-Gleiche – der Beginn des Frühlings, ein Moment des Übergangs. Tag und Nacht sind im Gleichgewicht, und ab jetzt werden die Tage wieder länger als die Nächte. Das Licht kommt zurück, es wird heller, wärmer. Viele Bäume haben schon ausgetrieben, einige blühen bereits, und die ersten Blumen begleiten uns schon seit Wochen als Frühboten und zaubern uns immer wieder ein kleines Lächeln ins Gesicht. All die Knospen, die seit Herbst und Winter da waren, beginnen sich jetzt zu öffnen – es wird grün und lebendig.

Vielleicht ist heute genau der Moment, um noch einmal kurz innezuhalten – und sei es nur für fünf Minuten, auf der Toilette, beim Hundespaziergang, im Gespräch mit einer Mitbewohnerin, einem Kumpel, der Mutter oder einfach ganz für euch allein.

Fragt euch: Welche Samen möchte ich für diesen Sommer in meinen inneren Garten pflanzen? Wofür möchte ich Verantwortung übernehmen, mich kümmern, etwas pflegen? Was möchte ich erreichen – was vielleicht im Herbst ernten? Was ist im Winter in mir gereift, was habe ich durchgestanden? Aus was bin ich herausgewachsen – und was darf ich jetzt zurücklassen? Wie möchte ich diesen Frühling meine Blätter zeigen – und welche Früchte möchte ich tragen?

Vielleicht mögt ihr eure Gedanken aufschreiben, ein paar Samen in die Erde setzen oder einfach darüber sprechen oder nachdenken. Es darf ganz einfach sein.

Was wir im Herbst ernten werden, liegt ganz in unseren Händen. Wenn du weißt, wo du hinwillst, kannst du dich darauf ausrichten, deinen roten Faden im Blick behalten und dich im Alltag immer wieder einladen zu schauen, ob du noch auf deinem Weg bist. Es kann so kraftvoll sein, dir ein Ziel zu setzen, eine Vision zu haben, ein inneres Bild davon zu erschaffen, wo du hin möchtest.

All das beginnt mit einem Samen. Es braucht ein bisschen Pflege und Geduld – und vielleicht bist du im Herbst schon ein ganzes Stück näher an dem, was du heute in dir säst.

Ich wünsche euch eine leuchtende Frühlingstag-und-Nacht-Gleiche – möge das Licht euch beim Wachsen unterstützen ✨

Dienstag, 17. März 2026

Ich prädige Selbstakzeptanz und oft wirkt es so als würde ich jeden Morgen aufwachen und jede Falte am Bauch, jede Grübelfalte in meinem Gesicht alles an mir einfach schön finden, als würde ich nie in den Spiegel schauen und mir wünschen mir wurde eine Andere Entgegenschauen...

Dem ist nicht so, ich bin eine Frau, ich lebe 2026, in einer von Männern und Ängsten und Schönheitsidealen geprägten Welt, wie sollte ich freu sein von Selbstzweifeln und Angst...

Ich bin eine Frau im Patriarchat und ich habe erkannt das ich nicht gegen mich kämpfen muss, das nichts gewonnen ist wenn sie mich lieben und schön finden, Ich habe meinen wahren feind lokalisiert und meine wunden versorgt, ich habe Frieden mit mir geschlossen und mir verziehen. 

Jetzt geht es weiter


 Ich bin eine Frau im Patriarchat.

Und manchmal fühle ich mich

hässlich,

zu dick,

zu dumm,

einsam,

alleine,

klein,

unterdrückt

und unfrei.

Nicht, weil ich das bin –

sondern weil ich eine Frau im Patriarchat bin.

Wie du.

Wie viele von uns.

Der Unterschied zu früher ist:

Ich kämpfe nicht mehr gegen mich,

sondern gegen das Patriarchat.

So wie du.

So wie viele da draußen.

Ich fühle, was da ist,

ohne mich von meinen Gedanken

definieren zu lassen.

Ich nutze meine Gefühle.

Ich gehe durch sie hindurch.

Ich schaue hinter sie.

Und ich erkenne:

Hinter meiner Abwertung

liegt Traurigkeit.

Hinter der Traurigkeit

liegt Wut.

Und wir erkennen:

Wir fühlen, was da ist,

ohne uns von unseren Gedanken

definieren zu lassen.

Wir nutzen unsere Gefühle.

Wir gehen durch sie hindurch.

Wir schauen hinter sie.

Und wir sehen:

Hinter der Abwertung unserer Körper,

unserer Psyche,

unseres Wertes

liegt Traurigkeit.

Und hinter der Traurigkeit

liegt unsere heilige Wut.

Unser Zorn.

Und hinter diesem Zorn,

dieser heiligen Wut,

liegt Liebe.

Eine tiefe Gewissheit,

dass wir

das Gesicht dieser Welt

verändern werden.

Frauen –

und alle Menschen,

die erkennen,

dass das Weibliche in dieser Welt

nicht länger unterdrückt,

kleingehalten,

belächelt

und missbraucht werden darf –

wir finden uns.

In kleinen Gruppen.

In einem Lächeln zur Begrüßung.

In einer helfenden Hand.

In Gesprächen am Lagerfeuer.

Im ehrlichen Teilen

von Sorge und Angst

über das,

was dieser Welt widerfährt.

Lasst uns zusammentun.

Lasst uns leben,

was uns fehlt

in dieser Welt.

Lasst es uns machen.

Lasst es uns einfach machen.

Lasst uns nicht länger glauben,

es sei halt so.

Wir seien machtlos.

Wir sind nicht machtlos.

Wir sind machtvoll.

Groß.

Stark.

Und heute sollten sie

ein wenig Angst vor uns haben –

denn wir werden

das Gesicht dieser Welt

verändern.

Wir sind die Möglichkeit.

Feuerwerk

 Dieser Text ist entstanden in einer Phase nachdem lose enden von Erinnerungen, Erfahrungen und Wissen sich über Wochen Feuerwerkartig in meinen Kopf miteinander verknüpften und die Welt leuchtete und energetisch pulsierte wie nie zu vor

In einer Phase in der allmählich integration stattfindet

In der sich das neue einbettet und ruhiger wird, die Fragen und Themen aber noch Laut und präsent sind



Die verregnete Welt

rauscht am Fenster vorbei,

während wir

im warmen Auto sitzen.

Tausende Leben ziehen vorüber.

Geschichten geschehen.

Entscheidungen fallen.

Gefühle werden gefühlt.

Dort wird gestritten.

Gekämpft.

Gestorben.

Geliebt.

Gelacht.

Geboren.

„Einfach bestellen,

wir machen den Rest“,

steht auf einem Truck

am Straßenrand.

Keine Sekunde –

und schon sind wir vorbei.

Einfach bestellen.

Schnell.

Ohne Stress.

Für uns

heißt das Fortschritt.

Aber ist es das?

Kommen wir voran

oder treten wir

nur schneller

auf der Stelle?

Wo wollen wir

überhaupt hin?

Nehmen wir die Wunder um uns herum noch wahr,

wenn wir immer versuchen

voranzukommen,

anzukommen?

Ist die Zeit nicht viel zu kurz,

um ständig woanders sein zu wollen

und den Moment

zu verpassen?

Du bist ein Wunder.

Ein undurchschaubares Wunder.

Du lebst –

wie alle anderen auch –

dein Leben.

Du nimmst wahr.

Du entscheidest.

Ich tue das auch.

Und wir beide

sehen einander

durch unsere Augen.

Dass ich für dich

dein Du bin –

ist absurd.

Und so wahr.

Wir nehmen unser Ich so wichtig

und übersehen dabei,

dass jede von uns

zugleich

Ich

und Du

ist.

Du siehst die Welt.

Und die Welt

will gesehen werden.

Was wäre der Sonnenaufgang,

wenn niemand ihn sähe?

Was wäre die Blume,

das fallende Blatt,

der Frühling,

wenn niemand da wäre,

um ihn zu leben

und zu lieben?

Die Welt

streckt sich dir entgegen.

Still.

Geduldig.

Sie gibt ihr Bestes –

alles, was sie ist –

damit du sie erkennst,

damit du sie

in dein Herz schließt,

sie nährst,

behütest

und schützt.

Und wir?

Wir rasen vorbei.

Mittendurch.

Verpassen das Beste

in der Hoffnung,

irgendwann irgendwo

einen kleinen Krümel

vom Kuchen zu bekommen.

Doch Leben

ist kein Versprechen

für später.

Leben ist nicht nur

mehr.

Nicht nur Wachstum.

Nicht nur ein Ziel

in der Ferne.

Leben ist

im Regen zu stehen

und bis auf die Haut

nass zu werden.

Hinfallen

und sich die Knie

aufzuschlagen.

Im Stau stehen

und plötzlich Zeit haben

zu atmen.

Zu schauen.

Zu akzeptieren.

Leben ist

alles,

was in dieser Sekunde

geschieht.

Und jede Sekunde,

in der wir woanders sein wollen,

zieht vorbei

wie diese verregnete Welt

am Fenster.