Dienstag, 17. März 2026

Feuerwerk

 Dieser Text ist entstanden in einer Phase nachdem lose enden von Erinnerungen, Erfahrungen und Wissen sich über Wochen Feuerwerkartig in meinen Kopf miteinander verknüpften und die Welt leuchtete und energetisch pulsierte wie nie zu vor

In einer Phase in der allmählich integration stattfindet

In der sich das neue einbettet und ruhiger wird, die Fragen und Themen aber noch Laut und präsent sind



Die verregnete Welt

rauscht am Fenster vorbei,

während wir

im warmen Auto sitzen.

Tausende Leben ziehen vorüber.

Geschichten geschehen.

Entscheidungen fallen.

Gefühle werden gefühlt.

Dort wird gestritten.

Gekämpft.

Gestorben.

Geliebt.

Gelacht.

Geboren.

„Einfach bestellen,

wir machen den Rest“,

steht auf einem Truck

am Straßenrand.

Keine Sekunde –

und schon sind wir vorbei.

Einfach bestellen.

Schnell.

Ohne Stress.

Für uns

heißt das Fortschritt.

Aber ist es das?

Kommen wir voran

oder treten wir

nur schneller

auf der Stelle?

Wo wollen wir

überhaupt hin?

Nehmen wir die Wunder um uns herum noch wahr,

wenn wir immer versuchen

voranzukommen,

anzukommen?

Ist die Zeit nicht viel zu kurz,

um ständig woanders sein zu wollen

und den Moment

zu verpassen?

Du bist ein Wunder.

Ein undurchschaubares Wunder.

Du lebst –

wie alle anderen auch –

dein Leben.

Du nimmst wahr.

Du entscheidest.

Ich tue das auch.

Und wir beide

sehen einander

durch unsere Augen.

Dass ich für dich

dein Du bin –

ist absurd.

Und so wahr.

Wir nehmen unser Ich so wichtig

und übersehen dabei,

dass jede von uns

zugleich

Ich

und Du

ist.

Du siehst die Welt.

Und die Welt

will gesehen werden.

Was wäre der Sonnenaufgang,

wenn niemand ihn sähe?

Was wäre die Blume,

das fallende Blatt,

der Frühling,

wenn niemand da wäre,

um ihn zu leben

und zu lieben?

Die Welt

streckt sich dir entgegen.

Still.

Geduldig.

Sie gibt ihr Bestes –

alles, was sie ist –

damit du sie erkennst,

damit du sie

in dein Herz schließt,

sie nährst,

behütest

und schützt.

Und wir?

Wir rasen vorbei.

Mittendurch.

Verpassen das Beste

in der Hoffnung,

irgendwann irgendwo

einen kleinen Krümel

vom Kuchen zu bekommen.

Doch Leben

ist kein Versprechen

für später.

Leben ist nicht nur

mehr.

Nicht nur Wachstum.

Nicht nur ein Ziel

in der Ferne.

Leben ist

im Regen zu stehen

und bis auf die Haut

nass zu werden.

Hinfallen

und sich die Knie

aufzuschlagen.

Im Stau stehen

und plötzlich Zeit haben

zu atmen.

Zu schauen.

Zu akzeptieren.

Leben ist

alles,

was in dieser Sekunde

geschieht.

Und jede Sekunde,

in der wir woanders sein wollen,

zieht vorbei

wie diese verregnete Welt

am Fenster.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen